WBC Willy Brandt Center Jerusalem

Kurt Schumacher-Seminar

Wer war Kurt Schumacher?

Junge Politiker erforschen "das andere Deutschland" und die Möglichkeiten zum Frieden schließen

Kurt Schumacher

Juli / September 2007
Dank der finanziellen Unterstützung der deutschen „Stiftung für Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” und ConAct hatten sechs palästinensische, sechs israelische und sechs deutsche politisch Aktive die Möglichkeit, das Vermächtnis von Kurt Schumacher und dem "anderen Deutschland" zu erforschen. Stiftung für Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

Die TeilnehmerInnen der deutsch-israelisch-palästinensischen Begegnung waren neben Heidelberger Jusos VertreterInnen der israelischen Young Labor und Young Meretz-Yachad sowie der palästinensischen Fatah-Jugend im Alter von 17 bis 22 Jahren.

Kurt Schumacher, der erste Vorsitzende der SPD nach dem Dritten Reich war einer der frühesten, schärfsten und weitsichtigsten Kritiker der NSDAP. Die Auseinandersetzung mit seiner Person und seiner Vorbildfunktion im Kampf gegen den Nationalsozialismus verbunden mit seinem Eintreten für Frieden und Demokratie standen im Mittelpunkt während des ersten Teils des Seminars, bei dem die Heidelberger Jusos Gastgeber waren.
Auf dem Seminarprogramm standen daher eine Wiederholung der deutschen Vor- und Nachkriegsgeschichte, insbesondere der Weimarer Zeit, in der Kurt Schumacher als politischer Redakteur und später als Landtags- und Reichstagsabgeordneter wirkte. Die thematische Einführung wurde von der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jusos, Cordula Drautz, gestaltet.

Besonders interessiert zeigten sich die TeilnehmerInnen an der Leidenszeit Kurt Schumachers im Konzentrationslager, welche durch eine Gruppenbesichtigung des ehemaligen KZs Ulm/Oberer Kuhberg einen besonders lebendigen Eindruck erhielt. Bei der Beschäftigung mit dem bewegten Leben Kurt Schumachers kam es immer wieder zu der Frage, wie viel der Einzelne leisten kann, wie und mit welchen Mitteln für Demokratie und Frieden gekämpft werden muss. Dabei spielte der Nahost-Konflikt in der Diskussion eine große Rolle. Für die deutschen TeilnehmerInnen waren die persönlichen Berichte und Erzählungen der jungen Menschen aus der Krisenregion teilweise sehr erschütternd und stellten den Zusammenhalt der Gruppe vor eine besondere Herausforderung.

Der zweite Teil des Seminars findet im Willy Brandt Zentrum in Jerusalem statt. Hier wird auf Grundlage der Erkenntnisse des ersten Teils der israelisch-palästinensische Konflikt, Leben und Gesellschaft in Israel und Palästina und vor allem Möglichkeiten zum Frieden thematisiert.

Dieses Projekt wird von Heike Kratt, der Koordinatorin des Willy-Brandt-Zentrums, geleitet.

Bilder vom Seminar
Bilder von der Ausstellung

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