Sozialer Wandel durch kritische Kunst

Die gesellschaftliche Funktion von Kunst wurde im Laufe der Geschichte unterschiedlich interpretiert und wird weiter kontrovers diskutiert. Gleichzeitig gibt es explizite Bespiele dafür, in denen der Begriff Kunst auf die Gestaltung gesellschaftlicher Entwicklung und sozialer Beziehungen bezogen wird. Die Protest-Events der legendären 68er Jahre haben nicht nur in Europa für Aufsehen gesorgt. Agosto Boals „Theater der Unterdrückten“ kombiniert Kunst mit politischem Handeln und wird bis heute weltweit praktiziert.
Seit 2009 hat das WBC soziale Kunstprojekte (social art projects) in den Projektalltag integriert. Im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung sehen wir in dieser Methode einen
vielversprechenden Ansatz, um den Blick auf gesellschaftliche Randbereiche zu lenken.
In Konfliktsituationen, in denen direkte Begegnungen nicht immer möglich sind, bieten Kunst und Medien jungen Menschen einen alternativen Weg, über sich selbst und die „Anderen“ nachzudenken. Die konkrete Erfahrung mit künstlerischer Praxis regt sie dazu an, sich nicht als passive Wesen und Objekte zu sehen. Sie werden zu aktiven Gestaltern ihrer Lebenswelt und beschäftigen sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern mit der Zukunft und deren Möglichkeiten.
Um zwei konkrete Beispiele zu nennen: Das Projekt „Ulays WaterFonie in Israel und Palästina“ wurde vom WBC gemeinsam mit dem holländische Künstler Uwe Laysiepen (Ulay) speziell für junge Menschen in der Region entwickelt. In Photographie-Workshops arbeiteten junge Menschen einen Monat lang zum Thema Wasser. Sowohl politische als auch kulturelle Aspekte dieses wichtigen Themas wurden visualisiert und kommuniziert.
In Zusammenarbeit mit „HeartBeat“ wurden regelmäßige Hip Hop Workshops im WBC durchgeführt. Junge Israelis und Palästinenser trafen sich monatlich zu gemeinsamen Proben. Höhepunkt war ein einwöchiges Sommercamp im WBC, in dessen Verlauf ein Musikvideo entstanden ist.
Projekt in Kürze
Zielsetzung
Jugendliche werden zur aktiven Gestaltung ihrer Gesellschaft angeregt. Alternative Möglichkeiten des gesellschaftlichen Handelns und politischen Denkens werden vermittelt.
Zielgruppen
Gesellschaftlich engagierte Jugendliche aus der Zivilgesellschaft
Laufzeit
2009-2011
Leitung
Cheb Kammerer
Finanzierung
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Neues aus dem Projekt
29.05.10
Bericht über „The Hip-Hop-Hudna“ in der Berliner Zeitung
Frühere Events
17 02 2011
19:00
In Zusammenarbeit mit der „Association of Israelis of Central European Origin“




