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Das Verhältnis von Staat und Religion im „Heiligen Land“ | Willy-Brandt-Zentrum Jerusalem

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Das Verhältnis von Staat und Religion im „Heiligen Land“

Eine politische Vernetzung unter Christen in Palästina? Das ist doch selbstverständlich… Nein, keineswegs! Die unterschiedlichen konfessionellen Identitäten bestimmen bis heute das Zusammenleben unter Christen. Viele junge Christen in Palästina kritisieren diese Zersplitterung in Konfessionen immer stärker. Dabei ist nicht die Vielfalt das Problem, sondern dass die Verschiedenheit so oft als Trennendes formuliert wird. Junge Christen in Palästina fragen: Was ist der Beitrag der Kirchen zum Aufbau des Staates, welche Gesellschaft wollen wir, warum sollen wir überhaupt hier im Land bleiben, wie können wir einen Beitrag für eine friedliche Zukunft leisten?

Diese Situation war der Anlass für ein Projekt, das sich zunächst vor allem an junge Christen in Palästina und in Israel richtet und mit ihnen an ihrem politischen Beitrag für eine friedliche Zukunft arbeiten will. Es hat dabei einen starken Partner: Dar Annadwa, das Internationale Begegnungszentrum in Bethlehem.

Ansatzpunkt des Projektes ist eine Konferenz, die im Dezember 2009 im Dar Annadwa durchgeführt wurde. Hier wurde auch das Kairo-Palästina-Dokument vorgestellt. Es setzt sich unter anderem auch damit auseinander, wie christliches Handeln in ein politisches Handeln für eine bessere Zukunft in der Region übersetzt werden kann.

Hier hat sich eine Gruppe gebildet, die im Laufe des Jahres 2010 ein palästinensisch-christliches Jugendparlament aufbauen soll. Dieses Parlament soll die politische und überkonfessionelle Vernetzung untereinander und dann in einem zweiten Schritt auch mit weiteren bestehenden Jugendparlamenten fördern. Das Projekt baut auf den Erfahrungen und den Erfolgen der Kooperation zwischen Dar Annadwa und dem WBC aus den Jahren 2004-2006 auf.

Projekt in Kürze

Zielsetzung

Theoretischer Kenntnisse über das Verhältnis von Staat und Religion werden an junge Erwachsene vermittelt. Ein konfessionsübergreifender Dialog für eine aktive politische Mitgestaltung der Zukunft wird geführt.

Zielgruppen

Jugendliche und junge Erwachsene, die der christlichen Minderheit in Bethlehem, Ost-Jerusalem und in Israel angehören; junge jüdische Israelis und muslimische Palästinenser

Laufzeit

2009-2012

Leitung

Andreas F. Kuntz

Finanzierung

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung