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Das WBC in den Medien

„Man spürt die Ver­gan­gen­heit“

Jusos hatten junge Israelis zu Gast und besuchten mit ihnen das Doku-Zentrum

Seit Jahren schon pflegen die deutschen Jungsozialisten (Jusos) der SPD Kontakt zu den Gesinnungsgenossen in Israel. Erstmals besuchten Gäste der Jusos das Doku-Zentrum in Nürnberg.

Für Oren Pasternack ist es schlicht eine „kleine Rache“ an Hitler, wenn er als Israeli heute auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgeländer an den Stellen stehen kann, wo der NSDAP-Führer einst seine verbrecherischen Reden hielt. Der 25-Jährige ist ein Mitglied einer zwölfköpfigen Delegation, die auf Einladung der Jusos für vier Tage nach Nürnberg gekommen ist. Die jungen Israelis gehören der Arbeitspartei – sie erreichte bei den vergangenen Wahlen etwa zehn Prozent der Stimmen – und der linksgerichteten Meretz-Partei an, die bei rund zwei Prozent liegt.

Pasternack, der Deutschland bereits zum fünften Mal besucht, ist voll des Lobes über die Form der Aufarbeitung der belastenden NS-Geschichte an Schulen oder in Einrichtungen wie dem Doku-Zentrum: „Erinnern, Aufarbeiten und Gedenken sind wichtig, damit so etwas nicht wieder passiert. Das gilt auch für unser Land.“ Gleichzeitig spricht der Jungpolitiker aber auch von einem „Wechsel der Haltung“ in seiner Generation.

Freunde gewonnen

Das Verhältnis zu Deutschland sei kaum noch von Vorbehalten oder gar Hass gegen Deutsche wegen der Menschheitsverbrechen geprägt, die zwischen 1933 und 1945 von Deutschland ausgegangen sind. „Wir haben hier Freunde gewonnen“, betont der 25-Jährige, „wir wissen, dass die ganz große Mehrheit der jungen Generation in Deutschland mit der NS-Ideologie heute nichts mehr am Hut hat und natürlich auch keine Schuld an den Ereignissen trägt.“ Pasternack, dessen Großvater 1934 Berlin verlassen musste, ist daran gelegen, tragfähige Beziehungen zwischen Menschen in den beiden Ländern zu knüpfen.

Daran arbeitet auch die 24-jährige Merav Raymond von der Meretz-Partei mit. Sie hat der Besuch in Nürnberg emotional sehr berührt: „Die Vergangenheit wird fast lebendig, wenn man sich hier auf all den Straßen und zwischen den Gebäuden bewegt, in denen sich auch die Nazi-Geschichte wirklich abgespielt hat.“

Begleitet wird die Gruppe von Johann Hintermaier, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jusos, und Victor Strogies, dem mittelfränkischen Juso-Chef. Beide waren erst kürzlich selbst zu Besuch in Israel. Die Begegnungen dort laufen über das Willy-Brandt-Center in Jerusalem, einem Ort des Austausches zwischen Israelis, Palästinensern und Deutschen.

Quelle: www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten

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